Mit dem offiziellen Beginn des Jahres 2026 erwarten Branchenexperten allgemein, dass das explosive Wachstum der Batteriespeicher die Aussichten für die globale Lithiumnachfrage in diesem Jahr ankurbeln wird und damit einen Hoffnungsschimmer für die beschleunigte Erholung eines Lithiumsektors bietet, der in den letzten Jahren von Überkapazitäten geplagt wurde.
Seit der zweiten Jahreshälfte 2022 kämpft der Lithiummarkt mit einem Angebotsüberschuss. Während der Preisanstieg, der durch den Boom bei EV-Batterien in diesem Jahr ausgelöst wurde, einen Angebotsanstieg stimulierte, hat die Nachfrage jahrelang Schwierigkeiten, mit dem massiven Angebotsschub Schritt zu halten. Da jedoch Reformen im chinesischen Energiesektor in der zweiten Jahreshälfte 2025 zu einem unerwarteten Anstieg der Lithiumnachfrage für Energiespeicherbatterien führten, hat dies die vorsichtig optimistische Aussicht für den Lithiummarkt im kommenden Jahr untermauert.
Brancheninsider weisen darauf hin, dass der Boom beim Bau von Rechenzentren in China und weltweit ebenfalls das Wachstum der Lithiumnachfrage für Energiespeicher vorangetrieben hat, und betonen, dass die Wachstumsrate der Lithiumnachfrage im Energiesektor in der zweiten Jahreshälfte 2025 die Erwartungen übertroffen hat. Mit Blick auf die Zukunft wird erwartet, dass Energiespeicher zu einem "Game-Changer" für den Lithiummarkt werden und dessen Fundamentaldaten verbessern.
Daten zeigen, dass Batteriespeichersysteme Chinas profitabelste saubere Technologieexport geworden sind – mit einem Exportwert von fast 66 Milliarden US-Dollar in den ersten 10 Monaten des Jahres 2025, was Elektrofahrzeuge (ca. 54 Milliarden US-Dollar) übertrifft.
Morgan Stanley prognostizierte kürzlich ein globales Defizit von 80.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE) für 2026; UBS schätzt das Defizit auf 22.000 Tonnen, nach einem erwarteten Angebotsüberschuss von 61.000 Tonnen im Jahr 2025.
Laut Prognosen, die von einer Umfrage unter vier namentlich nicht genannten Analysten stammen, wird erwartet, dass die globale Lithiumnachfrage im Jahr 2026 um 17 % bis 30 % wachsen wird, während das Angebot voraussichtlich um 19 % bis 34 % steigen wird. Diese Analysten prognostizieren für 2026 eine Lithiumpreisspanne von 80.000 bis 200.000 RMB pro Tonne (ca. 11.432 bis 28.580 USD), verglichen mit der Spanne von 58.400 bis 134.500 RMB für 2025.
Rückblickend auf das vergangene Jahr fielen die Lithiumpreise in der ersten Jahreshälfte 2025 weiter und erreichten am 23. Juni mit 58.400 RMB ihren Jahrestiefststand. Da die Gewinnmargen und Aktienkurse globaler Bergbauunternehmen unter Druck gerieten, waren einige Unternehmen gezwungen, ihre Produktion zu drosseln.
Nachdem China jedoch zugesagt hatte, Überkapazitäten in mehreren Sektoren, einschließlich Lithium, zu beseitigen, stellte die Jianxiawo-Mine – eine Lepidolith-Mine in Yichun im Besitz von CATL – im August letzten Jahres die Produktion ein, was in der zweiten Jahreshälfte zu einer starken Erholung der globalen Lithiumpreise führte.
Die heimischen Lithiumcarbonatpreise sind seit ihrem Tiefpunkt im letzten Jahr um 130 % gestiegen und erreichten am 29. Dezember 2025 134.500 RMB pro Tonne, den höchsten Stand seit November 2023. Die von dem Informationsanbieter Fastmarkets ermittelten Spotpreise stiegen im gleichen Zeitraum ebenfalls um 108 %.
Hinter dieser starken Erholung der Lithiumpreise spielt neben der Angebotsverknappung zweifellos die robuste Nachfrage aus dem Energiespeicherbereich eine bedeutende Rolle. Laut Schätzungen von UBS wird die Lithiumnachfrage im Energiespeichersektor im Jahr 2025 voraussichtlich um 71 % steigen, wobei für 2026 ein Wachstum von 55 % erwartet wird.
Schätzungen von Guotai Junan deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach Lithiumcarbonat-Äquivalent im Energiesektor 31 % des Gesamtverbrauchs im Jahr 2026 ausmachen wird, gegenüber 23 % im Jahr 2025, wodurch der Marktanteil, der traditionell von Elektrofahrzeugbatterien dominiert wird, weiter geschmälert wird.
Natürlich kann das Ausmaß des Anstiegs der Lithiumpreise weiterhin begrenzt sein, da übermäßig hohe Preise die wirtschaftliche Rentabilität der Energiespeicherung untergraben könnten.
Weitere wichtige Risiken, die von Analysten genannt werden, sind: eine potenziell schnellere als erwartete Migration von Energiespeichersystemen hin zur Natrium-Ionen-Batterietechnologie; eine Verlangsamung der E-Auto-Verkäufe, die die Nachfrage dämpfen könnte; und ein Angebotswachstum, das die Aufwärtsbewegung der Preissteigerungen begrenzen könnte.